Sie schreitet in Gnade

Ich sehe sie
in ihrer Gnade schreiten
Sie streift durch die Welt
wie eine Blüte im Wind
und doch
verschafft sie mir nichts
als Schmerz
Wie sehr ich mir wünsche
jemand erfülle mein Herz
mit Liebe
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Schwarze Sonnen

Die Reinheit meiner Taten
hat die Absicht meines Herzens verraten
Träge und müde vom Verlangen
Die Sehnsucht fährt aus mit ihren Krallen
O Vater, wieso hast du mich verlassen?
Und mich in meiner Trauer zurückgelassen
Schwarze Sonnen erfüllen Räume mit Schweigen
Rote Sterne, die sich vor ihrer Schwärze verneigen
fallen Reih' um Reih' ins blaue Meer
und warten auf des Lichtes Wiederkehr

Henkersmahlzeit

Ein Fetzen Haut weht im Rhythmus des Windes. Henker kehren in die Wirtshäuser ein. Die Schuldigen pendeln von den Bäumen und ein letzter zuckt noch mit dem Fuß. Man erhebt die Gläser und spricht einen Toast. Auf die Verbannten, sie werden das Land regieren. Man trinkt ihr Blut in einem Gral aus Knochen. Stücke des Fleisches werden weitergereicht, die Knorpel werden auf ein extra Teller gelegt. Zu viel Leben ist nämlich schlecht für den Magen.
Mit Büschel von Haaren schützen manche sich vor dem stärker werdenden Wind. Dünne oder dicke Haare. Man bevorzugt generell dickere, auch wenn diese oft schuppig sind. Um den Festtagstisch fließt ein roter Bach, so als schütze er vor der Schuld. Einige Innereien werden noch vom Boden aufgesammelt und verwertet. Man will ja nichts verschwenden. Ein vergessener Kopf blieb unerkannt und blickt dem Henkerhaufen beim Fressen zu. „Nicht wahr, mit der Axt lässt es sich doch viel besser kämpfen“, würde er sich denken und die Henker würden mit enthusiastischem Kopfnicken zustimmen.